Elsa Gindler (1885-1961)

 

Elsa Gindler hat in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Entwicklung der gymnastischen Bewegung in Deutschland mit geprägt. Sie löste sich jedoch früh von formal orientierter Körpererziehung. Im Mittelpunkt ihrer pädagogischen Bemühung stand das Sich-Erarbeiten einer wachen Beziehung zu den ordnenden und regenerierenden Tendenzen und Prozessen des eigenen Körpers auf dem Weg bewussten Zustandsempfindens. „Wie müssen wir werden, dass uns die Natur orientieren kann?", war eine Frage Elsa Gindlers. Durch die Zusammenarbeit mit Heinrich Jacoby erweiterte sich das Themenfeld ihrer Arbeit auf menschliches Verhalten schlechthin: „Unser Organismus ist ein riesiges Erfahrorgan, von dessen Ungestörtheit oder Gestimmtheit die Qualität der Wahrnehmungen und Handlungen und des Denkens abhängt." Wenige Jahre vor ihrem Tod schrieb sie: „Meine Arbeit wäre ohne die Arbeit von Heinrich Jacoby nicht denkbar. Erst durch ihn ist mir klar geworden, wie untrennbar das körperliche Geschehen

von der „seelischen" Situation des Menschen ist und wie sich das körperliche Geschehen nur aus der jeweiligen Art des Eingeordnet-Seins des Menschen in seine gesamte Umwelt verstehen und beeinflussen lässt."

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